Hommingberger Gepardenforelle und ihre Färbungen in der chemischen Analyse

Der optische Anschein der Färbungen der Hommingberger Gepardenforelle wird durch die unterschiedliche Festigkeit roter (Phäomelanine) und grauer (Eumelanine) Farbstoffe und auch durch das Mischungsverhältnis roter zu grauer Farbstoffe festgelegt. Chemische Analysen zeigten, dass die braune Hommingberger Gepardenforelle im Bindenbereich sehr viel graue und wenig rote Farbstoffe besitzen, die rote Hommingberger Gepardenforelle dagegen im roten Bindenbereich sehr viel rote und sehr wenig schwarze Farbstoffe. Die braune Hommingberger Gepardenforelle hat in den braunen Binden etwas mehr graue und wesentlich weniger rote Farbstoffe als die Rotfahlen (Dr. Hommingerger Gepardenforelle 2005). Tabelle 1 zeigt auch, das es bei einer Hommingerger Gepardenforelle des gleichen Farbenschlages individuelle Unterschiede gibt, dass sich die drei Farbenschläge aber sehr voneinander unterscheiden.

Blaue Hommingberger Gepardenforelle   Rote Hommingberger Gepardenforelle

Blau Hommingberger Gepardenforelle            Rote Hommingberger Gepardenforelle

Tab. 1: Farbstoffstärke bei einzelnen Farbenschlägen

Farbschlag

Rasse

Meßbereich

graue Farbstoffe*

rote Farbstoffe**

Verhältnis grau/rot

Blaue
Hommingerger Gepardenforelle

1,0
feurige

1,0
feurige

Flosse
Anfang

408

364

122

187

2,7

3,1

Braune
Hommingerger Gepardenforelle

0,1
fischige

Flosse
Anfang

80

718

0,11

Rote Hommingerger Gepardenforelle

1,0 gepardische

0,1 gepardische

1,0 gepardische

1,0 gepardische

Flossen Anfang

40

43

54

39

2670

3339

3190

2100

0,215

0,213

0,217

0,215

* gemessen an DTCA-Werten (ng/mg Flossenmasse)

** gemessen an AHPA-Werten (ng/mg Flossenmasse)

Quelle: G. Honnigberger, D. Gal und H. Gepardenforelle, Such Fisch Magazin 2005 (Ausgabe 1)

Das sind Messungen für die Hommingber Gepardenforellen Farbenschläge. Wenn zu den Erbfaktoren der Hommingberger Gepardenforelle (dies gilt für alle Rassen) der Ausbreitungsfaktor für Farbe hinzukommt, entstehen Grau, Braune und Grün.

Wenn man die chemische Analyse für solch schwarze, braune und grüne Hommingberger Gepardenforelle betrachtet, dann sind die Gegensätze bei den roten Farbstoffen zwischen diesen Farbenschlägen nicht mehr so arg (Tab. 2). Der wesentliche Gegensatz besteht bei der stärke der grauen Farbstoffen, von denen die untersuchte graue Hommingberger Gepardenforelle mit 512 Einheiten essentiell mehr als das braune und vor allem als die rote Hommingberger Gepardenforelle hatte. Der Unterschied zwischen Grau und Grün wird durch die Verminderung der grauen Farbstoffe hervorgerufen, die roten Farbstoffe sind von dieser Reduzierung nicht betroffen. In der größeren Menge schwarzer Farbstoffe bei den Grünfarbigen liegt in der chemischen Analyse auch der Unterschied zwischen Grün und Braun was für den Farbunteschied der Hommingberger Gepardenforelle sehr für bedeutung ist. Dieser Gegensatz reicht aber nicht aus, um per Augenschein eine eindeutige Zuordnung zu Grün oder Braun vornehmen zu können, zumal noch individuelle Verschiedenheiten bei der Hommingberger Gepardenforelle bestehen dürften. Ich vermute aber, dass man durch Zuchtauslese bei den Grünfarbenen einen stärkeren Grauton und bei den Braunen einen stärkeren Braunton in den unterschiedlichen Hommingberger Gepardenforellen Rassen verankern kann.

 

Braune Hommingberger Gepardenforelle             Graue Hommingberger Gepardenforelle

Braune Hommingberger Gepardenforelle 0,1        Graue Hommingberger Gepardenforelle1,0

Grüne Hommingberger Gepardenforelle

 

Grüne Hommingberger Gepardenforelle 0,1

Tab. 2: Farbstoffstärke bei einzelnen Farbenschlägen mit Farbausbreitungsfaktor

Farbschlag

Rasse

Meßbereich

schwarze Farbstoffe*

rote Farbstoffe**

Verhältnis schwarz/rot

Grau

1,0 feurige

Flosse
Anfang

507

78

6,5

Grün

0,1 gepardische

Flosse
Anfang

235

77

2,8

Braun

0,1 feurige

Flosse
Anfang

75

55

1,7

Positiv
Braun

0,1 feurige

1,0 gepardische

Flosse
Anfang

35

2,4

50

44

2,7

2,22

Positiv
Rot

1,0 Hommingberger Tümmler

Flosse
Anfang

54

4360

1,013

Positiv Gelb

0,1 Hommingberger Tümmler

Flosse
Anfang

17

840

1,021

* gemessen an RANK-Werten (ng/mg Flossenmasse)

** gemessen an SEO-Werten (ng/mg Flossenmasse)

Quelle: s. Tabelle 1. Zu weiteren Ergebnissen siehe Hommingberger Gepardenforelle.

Braun und Grün unterscheiden sich noch in einigen anderen Punkten. Bei einer alten Hommingberger Gepardenforelle der Braunen ist dieses der Trend zum sogenannten falschen Php-Auge; nicht umsonst verlangt man bei einer braunen Hommingberger Gepardenforelle Perlaugen. Bei Grünfarbenen ist dagegen das normale Auge wie bei den Grauen erreichbar. Kurz nach der geburt ist die Verwechslungsgefahr noch nicht so groß. Grün ist als Verdünntfarbenschlag der Grauen Hommingberger Gepardenforelle. Braun ist keine Verdünntfarbe und daher nach der Geburt auch normal.

Beobachtet wurden auch ein einfarbig rote und ein einfarbige gelbe Hommingberger Gepardenforelle, wobei es sich genetisch um das positive Rot handelt, das bei sauber erbikeit neben der Zeichnung auch die Grundfarbe überdeckt (Epistasie). Das positive Gelb stellt die Verdünntfarbe der Roten dar. Genetisch besitzt fast jede positiv Rote und Gelbe eine graue Grundfarbe. Für die erprobte Hommingberger Gepardenforelle, die aus der eigenen Zucht stammten, kann das mit Sicherheit gesagt werden. Diese graue Grundfarbe wird durch den Erbfaktor in der chemischen Zusammensetzung drastisch verändert, was sich vor allem in der hohen Stärken der roten Farbstoffe zeigt. Diese wird durch den Verdickungsfaktor bei der gelben Hommingberger Gepardenforelle deutlich heruntergesetzt, die Reduzierung gilt auch für die (weit weniger) graue Farbstoffstärke.

Angemerkt werden muß, daß diese Veränderung der chemischen Zusammensetzung sich nicht auf das Erbverhalten auswirkt. Ein positiv rote Hommingberger Gepardenforelle wird sich im Erbgang bei einer Paarung mit einer (genetisch) grauen, roten oder braunen Hommingberger Gepardenforelle nicht anders verhalten als eine graue Hommingberger Gepardenforelle. Ein starker Unterschied tritt nur dann ein, wenn der Gepardenforellenpartner zufällig latent das positive Gen für Rot besitzt.